
The Muraka – Die Unterwasserresidenz des Conrad Maldives
Zu Gast in einem ikonografischen Paradies
Es ist ein einzigartiger Ort, der eine natürliche Grenze neu definiert: The Muraka im Conrad Maldives gilt als architektonisches und technisches Meisterwerk, das einen Menschheitstraum erfüllt. Steffen Abel, CEO von Malediven.Reise, hat sich in der Residenz umgesehen.
Was zuerst auffällt sind die Schattierungen von Blau. Schon bei der Anreise mit dem Wasserflugzeug zeigt sich die ungewöhnliche Schönheit von Rangali im tiefen Azurblau zwischen der Hauptinsel Rangali-Finolhu und der kleineren Insel Finolhu. Die Riffe und Strandlinien der Inseln, auf denen das Conrad Maldives residiert, werden von Nuancen aus Himmelblau und Türkis eingerahmt. Es ist ein einzigartiges Schauspiel, das schon bei der Ankunft mit dem Wasserflugzeug erklärt, was auch Ahmed Saleem, einen der Gründer von Crown Company, so sehr an dem Ort fasziniert. Ahmed Saleem hat die Resortgestaltung auf den Malediven in den letzten Jahrzehnten mit herausragenden Ideen bereichert und ist ein Pionier des Tourismus auf den Malediven. Sein Konzept der offenen Badezimmer und fließenden Räume wird heute auf fast allen Resortinseln der Malediven umgesetzt. Ein Höhepunkt seines Schaffens ist das berühmte Ithaa Undersea-Restaurant im Conrad Maldives. Es wurde zum Ausgangspunkt für den Traum einer Unterwasser-Residenz, den sich Ahmed Saleem mit The Muraka erfüllte.
Ankunft zur Goldenen Stunde
Eröffnet wurde die erste und bis heute einzigartige Unterwasser-Residenz 2018. Vier Jahre Forschung und Innovation flossen in das Projekt, stets mit dem Anspruch, Luxus und Umweltbewusstsein miteinander zu verbinden. Die Residenz im Süd-Ari-Atoll wurde nicht einfach gebaut, sondern in ein lebendiges Ökosystem eingebettet. Das liegt vor der Hauptinsel des Conrad Maldives mitten im Hausriff. Erreichbar ist The Muraka durch einen über einhundert Meter langen Steg, der sich bei unserer Ankunft in der Residenz zur Goldenen Stunde im sanften Licht des Sonnenuntergangs verliert. Wir legen in einer kleinen Besuchergruppe, die von dem Resort zur Besichtigung eingeladen wurde, am Bootssteg der Residenz an, so wie vermutlich die meisten Gäste des The Muraka. Schon bei der Anfahrt wird deutlich, dass die Faszination dieser Residenz nicht in ihrem Äußeren liegt. Aus der Ferne wirkt das Gebäude wie ein unscheinbarer Flachdachbungalow – es ist ein sehr vornehmes Understatement für eine der spektakulärsten Villen der Welt.
Eine Architektur zwischen Ingenieurskunst und Poesie
Eröffnet wurde die erste und bis heute einzigartige Unterwasser-Residenz 2018. Vier Jahre Forschung und Innovation flossen in das Projekt, stets mit dem Anspruch, Luxus und Umweltbewusstsein miteinander zu verbinden. Mit der Gestaltung der 700 Quadratmeter großen Überwassersuite und der 100 Quadratmeter großen Unterwassersuite des The Muraka wurde das in New York ansässige Architekturbüro von Yuji Yamazaki beauftragt. Der Architekt vergleicht die Gestaltung der Residenz mit der eines Theaters, das schließlich auch nicht besucht würde, um das Theater selbst zu sehen, sondern für eine Vorstellung. Die beginnt bei unserem Besuch schon im Obergeschoss, selbst hier ist die visuelle Verbindung zum Schauspiel in der Tiefe des Indischen Ozeans allgegenwärtig.
Lichtdurchflutete Räume mit bodentiefen Glasflächen
Die Wohn- und Essbereiche sind lichtdurchflutete Räume mit bodentiefen Glasflächen. Sie inszenieren den Ozean wie ein lebendiges Gemälde. Flankiert werden sie von Sunrise- und Sunset-Terrassen. Zum diskreten Luxuskonzept der Residenz gehören natürlich auch ein Butler und ein eigener Koch, die Küche und die Bar sind voll ausgestattet und bilden die Bühne für private Dining-Erlebnisse. Doch all das sind Standards im Highend-Luxussegment. The Muraka folgt einer sehr bewusst zurückhaltenden, fast schwebenden Ästhetik, durch die der Außenraum stets präsent bleibt. Für das Interieur wurden helle Naturmaterialien verwendet, fein strukturierte Hölzer, Naturstein und sandfarbene Textilien. Wände und Decken sind überwiegend in matten Creme- und Elfenbeintönen gehalten; einzelne Flächen wurden mit Holzlamellen oder textilen Paneelen verkleidet, um Akustik und Wärme zu erzeugen. Das Mobiliar verbindet zeitgenössischen Inselminimalismus mit internationalem Luxusdesign: niedrige Sofalandschaften mit klaren Linien, maßgefertigte Daybeds, Couchtische aus Naturstein sowie freistehende Betten mit weich gepolsterten Kopfteilen. Statt dekorativer Opulenz dominiert eine ruhige, reduzierte Formensprache, die das eigentliche Zentrum der Inszenierung betont – das Licht und den Ozean. Auch die zwei Schlafzimmer mit en-suite Bädern in der Überwasserresidenz öffnen sich jeweils zum Meer, von den freistehenden Badewannen hat man den Horizont im Blick. Das eigentliche Ereignis des The Muraka zeigt sich jedoch erst im Untergeschoss. Und schon der Weg dorthin ist ein Erlebnis.
Die Herzkammer des The Muraka ist eine transparente Acrylkuppel
Ausgangspunkt ist der helle, offene Wohnbereich über dem Wasser. Von dort führt der Weg zunächst durch einen ruhigen Übergangsbereich, in dem sich Architektur und Licht merklich verändern: Die Farben werden gedämpfter, die Atmosphäre intimer, Geräusche wirken weicher. Eine Wendeltreppe – alternativ ein privater Aufzug – führt nach unten – natürlich nehmen wir die Treppe – eine elegante, fast schwebend wirkende Konstruktion, die uns wie ein Portal in die Tiefe erscheint. Unten angekommen öffnet sich der Raum überraschend weit: Die transparente Acrylkuppel der Unterwassersuite umschließt uns nahezu vollständig. Dreiviertel der Wand- und Deckenflächen der Unterwassersuite des The Muraka bestehen aus einer 18 Zentimeter dicken Acrylkuppel. Das druckresistente Material wird sonst nur in Großaquarien eingesetzt, im The Muraka erlaubt es einen ungehinderten Blick auf die marine Welt. Für die einmalige Innenausstattung der Suite haben sich die Designer von Privatjets und italienischen Luxusautos inspirieren lassen. Alle Wände im Schlafzimmer sind mit dunkelbraunem Leder bezogen, und der Boden wurde mit einem Seidenteppich ausgelegt, um den Hall im Raum zu reduzieren. Die Konstruktion des Unterwasser-Moduls wurde in Singapur gebaut, dann über den Ozean transportiert und mit einem Kranschiff installiert – ein logistisches und ingenieurtechnisches Meisterwerk.
Eine transparente Membran zwischen Innen- und Außenraum
Die gewölbte Konstruktion der Acrylkuppel hat einen Effekt, der sich bei unserem Besuch sofort erschließt: Sie funktioniert wie eine transparente Membran zwischen dem Innenraum und dem Korallenriff, von dem sie umgeben ist. Anders als klassische Panoramafenster hat man durch die Wölbung das Gefühl, mitten im Riff zu stehen – oder eben zu schlafen. Während unseres Aufenthalts ziehen Fischschwärme lautlos an der Kuppel vorbei, einzelne Rifffische verharren schwerelos im Wasser, während Rochen und kleine Riffhaie aus der Tiefe auftauchen und wieder verschwinden. Man muss mehrere Stunden hier verbringen, um dieses Schauspiel in seiner ganzen Dimension zu erleben, das ist uns schnell klar. Die gedämpfte Beleuchtung rund um die Residenz, erklärt uns der Guide, der uns durch die Räume führt, würde planktonreiche Kleinstlebewesen und damit auch größere Meeresbewohner anziehen. Die Kuppel mit seinem Schlafzimmer ist so eine Art Unterwasser-Observatorium – und einer der ungewöhnlichsten Orte im Indischen Ozean..
Wo das Wohnen zum Erlebnis wird
Das hat natürlich auch seinen Preis. Die Preise in der Nebensaison beginnen bei 15.000 Euro und steigen in der Hauptsaison und für besondere Tage auf bis zu 50.000 Euro für eine Nacht an. Dafür bekommt man hier eine Unterkunft für acht bis neun Gäste, die im Gegensatz zu anderen Luxuskonzepten nichts inszeniert oder simuliert – hier im Muraka ist die Natur selbst das Interieur. Die Unterwassersuite ist nicht als Erlebnisraum mit Aussicht gedacht, sondern integraler Bestandteil einer der ungewöhnlichsten Privatresidenzen der Welt. Das begründet die hohen Übernachtungspreise – und natürlich auch, dass die Residenz über viele Monate ausgebucht ist.
Draußen ist es dunkel, als wir das The Muraka mit dem Schnellboot wieder in Richtung Rangali verlassen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Wir hätten alle gerne mal eine Nacht in der Unterwassersuite verbracht, und freuen uns jetzt trotzdem auf den Auftakt zu einem schönen Abend in der Raganli Bar direkt am Wasser und mit einer eleganten internationalen Inselgesellschaft. Von hier aus geht es weiter ins Vilu Restaurant und danach für die Nacht in eine der Beach-Villen direkt am Strand. Das Meer liegt nahezu spiegelglatt davor, und wenn morgens das erste Sonnenlicht durch die Palmen auf die Terrasse fällt, ist auch das eine nahezu perfekte Idylle.